Pflicht zur Arbeitszeiterfassung

Der Europäische Gerichtshof hat am 14. Mai 2019 entschieden, dass in Zukunft alle Arbeitnehmer in Europa ihre Arbeitszeiten erfassen müssen. Dafür müssen Arbeitgeber ein verlässliches System bereitstellen, mit welchem Arbeitszeiten dokumentiert werden können. Wir beantworten Ihnen hierzu die wichtigsten Fragen.
Wie müssen Arbeitszeiten in Zukunft erfasst werden?
Die gesamte Arbeitszeit muss vollständig dokumentiert werden. Empfehlenswert ist auch die Abwesenheiten mit diesem System zu verwalten. Laut dem EuGH-Urteil ist dabei jedes System erlaubt, welches die Daten entsprechend speichert und dokumentiert.
Flexible Pausenzeiten – sind diese noch möglich?
Nach spätestens 6 Stunden ist es gesetzliche Pflicht, mindestens eine halbstündige Pause zu machen, nach 9 Stunden Arbeitszeit muss mindestens eine Paus von 45 Minuten eingelegt werden. Diese Regelung können Sie in MomoZeit hinterlegen und damit kommen Sie der gesetzlichen Pflicht nach.
Inwiefern verändert diese Pflicht die Arbeitszeiten im Home-Office?
Die Mitarbeiter können sich auch zukünftig bequem von Zuhause aus an- und abmelden. MomoZeit ermöglicht beliebig viele An- und Abmeldungsvorgänge am Tage.
Müssen Überstunden bezahlt werden?
Nein. Die Erfassung von Überstunden, bedeutet nicht automatisch, dass der Arbeitgeber dazu verpflichtet ist diese auch zu bezahlen. Diese können in Form von Gleitzeit zu einem späteren Zeitpunkt auch wieder abgebaut werden.
Können Zeiten auch extern erfasst werden?
Bei MomoZeit können Sie Ihre Zeiten von überall erfassen: extern, intern sowie im Home-Office. Die Zeiterfassung kann mit den unterscchiedlichsten Engeräten, welche zu diesem Zeitpunkt an den unterschiedlichen Standorten zur Verfügung stehen, vorgenommen werden.
Was passiert, wenn ich die Zeiten meiner Mitarbeiter trotzdem nicht erfasse?
Aufgrund der momentan noch fehlenden gesetzlichen Regelung in Deutschland kann hierzu noch kein Detail genannt werden. Mit Sicherheit wird es für Arbeitgeber Verwarnungen und hohe Bußgelder geben. Die aktuell geltenden Regelungen drohen dem Arbeitgeber bei nicht erfassten Überstunden mit Geldbußen bis zu 500.000€.
Ab wann muss ich ein Zeiterfassungssystem einführen?
Das EuGH-Urteil ist schon in Kraft, nur die Umsetzung in nationales deutsches Recht ist noch nicht erfolgt. Wir gehen davon aus, dass dies in den nächsten 2 Jahren erfolgt. Somit muss nicht direkt gehandelt werden. Es ist jedoch von Vorteil, sich rechtzeitig über Systeme zu informieren, sie zu testen und eines einzuführen. Da die Einführung einer digitalen Zeiterfassung auch eine positive betriebswirtschaftliche Auswirkung hat, macht es Sinn diese zügig umzusetzen um von diesen Vorteilen zu partizipieren.
Wie ist die deutsche Rechtslage bislang?
Arbeitgeber sind schon jetzt verpflichtet, Überstunden sowie Arbeit an Sonn- und Feiertagen zu erfassen. Die generelle Arbeitszeit muss nicht erfasst werden. (Ausnahmen gibt es für Arbeitgeber, die Minijobber beschäftigen. Hier müssen die Zeiten laut des Mindestlohngesetz detailliert erfasst werden. Darüber hinaus sind Betriebe, die in sofortmeldepflichtigen Branchen tätig sind, z.B. Baugewerbe, verpflichtet die Zeiten ihrer Mitarbeiter zu erfassen.