Zwischenzeugnis

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist ein Zwischenzeugnis?
  2. Wer hat Anspruch auf ein Zwischenzeugnis?
  3. Welche Arten von Zwischenzeugnissen gibt es?
  4. Aufbau und Inhalt eines Zwischenzeugnisses
  5. Zwischenzeugnis richtig beantragen
  6. Zwischenzeugnis und Arbeitszeugnis – die Unterschiede

1. Was ist ein Zwischenzeugnis?

Ein Zwischenzeugnis ist eine spezielle Form des Arbeitszeugnisses, die während eines laufenden Arbeitsverhältnisses ausgestellt wird. Es dient zur Bewertung der bisherigen Arbeitsleistung und des sozialen Verhaltens des Arbeitnehmers. Das Zeugnis kann in verschiedenen Situationen nützlich sein, z. B. bei einer internen Bewerbung, einer längeren Abwesenheit oder einem Vorgesetztenwechsel.

2. Wer hat Anspruch auf ein Zwischenzeugnis?

Ein gesetzlicher Anspruch auf ein qualifiziertes Zwischenzeugnis besteht in der Regel nicht. Allerdings können Tarifverträge oder individuelle Arbeitsverträge einen solchen Anspruch vorsehen. In vielen Unternehmen wird ein Zwischenzeugnis auf Anfrage ausgestellt, insbesondere wenn ein triftiger Grund vorliegt. Zu den häufig anerkannten Gründen gehören der Wechsel des direkten Vorgesetzten, ein Betriebsübergang oder eine Fusion, ein interner Stellenwechsel oder eine Versetzung sowie eine langjährige Betriebszugehörigkeit. Auch eine längere Abwesenheit durch Elternzeit, ein Sabbatical oder eine geplante berufliche Veränderung kann Anlass für die Ausstellung eines Zwischenzeugnisses sein. Arbeitgeber sind in der Regel bereit, ein solches Zeugnis auszustellen, wenn der Wunsch gut begründet wird.

3. Welche Arten von Zwischenzeugnissen gibt es?

Es gibt zwei Arten von Zwischenzeugnissen:

  • Einfaches Zwischenzeugnis: Enthält lediglich Angaben zu Tätigkeitsbereichen und Dauer der Beschäftigung, jedoch keine Bewertung.
  • Qualifiziertes Zwischenzeugnis: Beinhaltet zusätzlich eine Leistungs- und Verhaltensbeurteilung, ähnlich einem Abschlusszeugnis.

4. Aufbau und Inhalt eines Zwischenzeugnisses

Ein Zwischenzeugnis folgt einem klaren Aufbau und enthält:

  • Überschrift: „Zwischenzeugnis“ zur eindeutigen Unterscheidung vom Abschlusszeugnis.
  • Einleitung: Name, Geburtsdatum, Beschäftigungsbeginn und Positionsbezeichnung des Mitarbeiters.
  • Unternehmensbeschreibung: Informationen zum Arbeitgeber und dessen Tätigkeitsfeld.
  • Tätigkeitsbeschreibung: Darstellung der bisherigen Aufgaben und Verantwortlichkeiten.
  • Leistungsbeurteilung: Bewertung von Arbeitsweise, Fachwissen und Erfolgen.
  • Beurteilung des Sozialverhaltens: Zusammenarbeit mit Kollegen, Vorgesetzten und Kunden.
  • Grund der Ausstellung: Z. B. Vorgesetztenwechsel oder interne Bewerbung.
  • Schlussformel: Optionaler Dank und Zukunftswünsche.
  • Unterschrift: Handschriftliche Signatur eines Verantwortlichen.

5. Zwischenzeugnis richtig beantragen

Das Beantragen eines Zwischenzeugnisses sollte schriftlich und begründet erfolgen. Eine professionelle und freundliche Formulierung erleichtert die Bearbeitung. Hier ein Beispiel:

Betreff: Antrag auf ein qualifiziertes Zwischenzeugnis
Sehr geehrte(r) [Vorgesetzter],
aufgrund meines bevorstehenden internen Stellenwechsels bitte ich um die Ausstellung eines qualifizierten Zwischenzeugnisses. Ich würde mich freuen, wenn dieses bis zum [Datum] erstellt werden könnte. Vielen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung.
Mit freundlichen Grüßen
[Ihr Name]

6. Zwischenzeugnis und Arbeitszeugnis – die Unterschiede

Obwohl beide Zeugnisse ähnliche Inhalte haben, gibt es einige wesentliche Unterschiede. Ein Zwischenzeugnis wird während des laufenden Arbeitsverhältnisses ausgestellt, während ein Arbeitszeugnis erst nach dessen Beendigung erstellt wird. Zudem wird das Zwischenzeugnis im Präsens formuliert, da es die aktuelle Tätigkeit beschreibt, während ein Arbeitszeugnis in der Vergangenheitsform verfasst wird. Ein weiterer wichtiger Unterschied ist die Bindungswirkung: Der Inhalt eines Zwischenzeugnisses kann nicht ohne triftigen Grund im späteren Arbeitszeugnis grundlegend geändert werden. Daher ist es ratsam, auf eine sorgfältige und positive Formulierung des Zwischenzeugnisses zu achten, da es oft als Referenz für zukünftige Bewerbungen oder berufliche Veränderungen genutzt wird.